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Für mehr Lockerheit, wenn’s ernst wird!

08/08/2011

Wenn’s „eng“ wird, wird’s hektisch, sind meine Erfahrungen. Warum eigentlich? Ich denke wir haben gelernt und sitzen weiterhin diesem Trugschluss auf, dass wir sofort handeln müssen. Dabei würde ein kurzes Innehalten und die Lage überblicken mehr helfen. Wir sind Ärmelhochkrempler! Hängt der Haussegen schief, müssen wir „reden“, hängt ein Projekt schief, müssen wir sofort ein Meeting einberufen (die Betonung liegt auf sofort). Und was machen wir dann? Wir suchen denjenigen oder das Ereignis, das uns in diese Misere gebracht hat. Beim Hin- und Herwälzen, wer oder was schuld an den Probleme ist, verlieren wir wertvolle Zeit, die zur Behebung dienen könnte.

Nein, ich rufe jetzt nicht zum Beschwichtigen auf, das ist – in der Politik und im Beruf – Leute verschaukeln. Aber Gelassenheit und Ehrlichkeit würden helfen. Von einem Profi erwarte ich Gelassenheit, er soll auch in stürmischen Zeiten Ruhe ausstrahlen. Mit Panik im Kopf lassen sich Probleme nicht lösen!

Mir hat ein Kunde mal vorgeworfen „Sie sind so eine ‚Alles wird gut-Tante‘!“ Ja, recht hat er! Es wird auch alles gut! Wenn ich meine Projekte so plane – und das erwarte ich von einem Profi – dass ich ein „best-case“- und „worst-case“-Szenario im Kopf habe, dann tritt der worst-case nie ein. Ich habe ja einen Plan dagegen (oder dafür), den ich ganz gelassen und locker aus der Tasche ziehe! Mit Plan-B brauche ich nicht hektisch werden, sondern stelle mich hin und sage: „Okay, machen wir mit Plan B weiter“  Also: Alles wird gut!

Natürlich wissen wir alle, dass es mit dem besten B-Plan in der Tasche auch eng und hektisch werden kann. Was hilft? Früher bin ich in solchen Situationen eine Zigarette rauchen gegangen. Aber es ging nicht um die Zigarette, es ging um’s „aus der Situation heraustreten“. Damit gewinne ich kurz Abstand und eine andere Perspektive. Die „Zigarette“ heute ist für mich: Vom Schreibtisch weg, anderer Blickwinkel, tief durchatmen, zur Not 15 Minuten vor die Tür und Wind um die Nase wehen lassen und dann wieder an den Schreibtisch und weiter. Operative Hektik hilft nicht, sondern lässt uns Fehler machen, manchmal fatale.
Und wenn wir nicht vom Schreibtisch wegkönnen – also körperlich – dann geht auch tief durchatmen, Augen schließen, kurz an einen schönen Platz oder eine Situation denken, in der ich mich gut und wohl gefühlt habe (auch langsam bis 10 zählen ist okay *g*).

Das kann man üben (es gibt sogar Seminare dazu) und trainieren, so dass es auch in misslichen Lagen „automatisch“ mit der nötigen Lockerheit und Überzeugung reagieren – wie ein Samurai im entscheidenden Augenblick intuitiv richtig handeln.

BTW: Zu diesem Blogpost hat mich ein Blogpost von Herrn Hirndübel inspiriert. Danke!

Ach du Schreck – jetzt wird’s hektisch, ich muss ein Seminar für morgen vorbereiten und, und, und … Also erst mal eine Tasse Kaffee machen und den Eichhörnchen im Park gegenüber zusehen… Ommmm …..

One Comment
  1. Herr Hirndübel sagt: „Gerne geschehen.“ 🙂

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