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Ich bin digital – und native auch!

17/07/2011

Digital ist generationenübergreifend – auch im Denken

Immer wenn ich von den Digital Natives lese, denke ich mir „Das bin ich“. Ja, ich weiß, dass man nicht dazugehört, wenn man nur bei Ebay, Amazon oder wo auch immer bestellt und seinen Urlaub im Internet bucht. Es ist ein Lebensgefühl. Auch wenn jetzt ein paar Junge denken mögen „Na ja, die Alte will dazugehören – kann’s nicht akzeptieren.“ Sorry Kinners, ich lebe im Internet und nicht nur da. Digital ist überall.
Ich hasse es, wenn analoges Leben und  virtuelles Leben gegeneinander ausgespielt werden – analog ist dann immer das „richtige“ Leben. Ja ist mein virtuelles Leben falsch? Die Grundvoraussetzung solcher Denke ist doch „das Internet ist böse!“ – was für ein Quatsch. Ich bin Malu – hier auf meinem Sofo, während ich diesen Artikel schreibe und Kaffee trinke, und ich bin Malu, wenn ich schnell zwischendurch eine Facebook-Nachricht beantworte oder einen G+ Post kommentieren. Das alles bin ICH und niemand anderes!

Und nein, ich will nicht damit prahlen, dass ich vor meinen Kindern (die zu den Digital Natives gehören – altersmäßig) auf Twitter war, ein Facebook-Profil, Fanpage und gleich am ersten Tag einen Google+ Account hatte (XING, Flickr, Blip, Doodle, Dropbox  usw. lassen wir jetzt mal außen vor – Ach, und zählen die beiden Blogs auch dazu?). Okay, vielleicht liegt der Unterschied in der Nutzung. Es sind für mich Spielwiesen und Informationswiesen zugleich. Ich nutze Twitter privat (ein anderer Account), um Spaß zu haben, Leute kennen zu lernen und mich auch zu verabreden. Ich nutze Twitter geschäftlichen, um mich über Business auszutauschen und Informationen zu bekommen und zu verbreiten. Aber ist das so anders als bei den „richtigen“ Digital Natives? Klärt mich auf!

Veränderte Informationsgewohnheiten

Meine Informationsgewohnheiten haben sich verändert und meine Recherche. Ich lese weniger Printzeitung, weil digital schneller ist. Was ich Abends in den Nachrichten im Fernsehen sehe, weiß ich schon – von Twitter, FB oder G+.  O-Ton von K2: „Mutter weiß es von Twitter, bevor es passiert ist!“
Wenn ich früher manchmal eine Stunde und länger im Internet recherchierte, lass ich es heute nach 10 Minuten, schicke eine Anfrage über Twitter, oder weiß gleich, wen ich dort direkt fragen kann und bekomme eine oder gleich mehrere qualifizierte Antworten, die mir weiterhelfen. Ist Ehrensache, dass ich deren Anfragen so ich sie denn kompetent beantworten kann auch beantworte.

  • Mein Arbeitstag vor 10 Jahren: Anrufbeantworter checken währenddessen Rechner hochfahren, ins Internet einwählen, Emails checken, sortieren und beantworten, Email-Client schließen. Dann Dateien öffnen, an denen ich arbeiten muss. Browser zum Recherchieren zwischendurch öffnen und wieder schließen. Internet immer wieder „on“ und „off“.
  • Mein Arbeitstag vor 5 Jahren: Rechner hochfahren, Emails checken, XING checken, in beidem die wichtigen Dinge sofort beantworten und dann Daily Business, mit dem Unterschied, dass ich immer „on“ bin (ein Segen der Flatrate).
  • Arbeitstag heute: Rechner ist an, Twitter-Mentions und DMs checken, Twitter checken, XING checken, G+ checken, Facebook checken und dann Emails checken. Selbstredend, dass das zwischendurch und unterwegs alles vom Smartphone aus geregelt wird. Muss man das noch erwähnen?

Prioritäten ändern sich

Telefon und Email sind eindeutig zweitrangig geworden! Viel Kommunikation und Absprachen organisiere ich über soziale Netzwerke, noch nicht so sehr mit Kunden, jedoch mit Geschäftspartnern. Da werden Dateien nicht mehr gemailt, sondern per Dropbox geshared, Seminare und Workshops in geheimen Facebook-Gruppen vorbereitet und kleine Meetings in Telefonkonferenzen via Skype oder Hangout abgehalten. Und es funktioniert hervorragend und ist praktisch.
Eine Unterhaltung beginnt zum Beispiel in der Twitter-Timeline, wird per DM und später im FB-Chat fortgeführt, für Längeres zwischendurch gerne auch ne Mail, um dann wieder in einem Netzwerk auf dem man sich wieder trifft fortgeführt zu werden…

Mein soziales Leben hört nicht auf, wenn ich im Internet bin! Und Eures?

Aktualisierung und eine sehr gute Ergänzung meines Beitrages findet Ihr bei Michael Würz. Danke, Michael, du sprichst mir aus dem Herzen!

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3 Kommentare
  1. Digital Native oder Digital Immigrant, egal was von beiden du bist, die Zuordnung wird meist falsch verstanden und suboptimal verwendet!

    In deinem Blogbeitrag beschreibst du sehr schön dein Nutzungsverhalten in einer Zeit, der digitalen Kommunikation.

    Das es um ein Lebensgefühl geht ist richtig, nur wenn du vor 1980 geboren bist, bist du faktisch aufgrund der Definition ein Digital Immigrant.

    Wie du schon angemerkt hast, ist es nicht alters abhängig ob man im Digitalen Flow agiert und sich bewegt, sondern viel mehr vom eigenen Verständnis wie man die vorhandenen Technologien und Services für sich zu nutzen macht und in seinen „analogen“ Altag einbindet.

    Ich selbst bin vom Alter den Digital Natives zu zu ordnen, jedoch würde ich von den meisten meiner Freunden nicht behaupten, dass diese dem „Allgemeinverständnis“ eines Digital Natives entsprechen. Auch sind diese mit der Vielzahl an Möglichkeiten der Digitalen Welt massiv überfordert und nutzen nur einen Bruchteil von dessen, was Möglich oder Sinnvoll ist.

    Sind sie nun deswegen keine Digital Natives mehr? (laut klassischer Definition)
    Wie du siehst, die Grenzen sind schwer zu ziehen.

    Aber es gibt eine einfache Lösung: Der Großteil meiner Freunde (Digital Natives) sind der Gruppe der „DIGITALBESUCHER“ zu zu ordnen. Auch Personen der älteren Semester (Digital Immigrants) sind oftmals den „DIGITALBESUCHERN“ zu zu ordnen.

    Wenn du laut Definition zur Gruppe der Digital Immigrants gehörst und ich der Gruppe der Digital Natives zu zu ordnen bin, wir aber beide ein intensives Nutzungsverhalten an den Tag legen und man zw. analog und digital nicht mehr unterscheiden kann, weil wir es optimal in unseren Tagesablauf integriert haben, dann sind wir der Gruppe „DIGTIALEBEWOHNER“ zu zu ordnen.

    Also mit etwas Glück wird zukünftig in Digitale Bewohner und Digitale Besucher unterschieden.

    Viele Grüße
    Michi Würz

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