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Der Logo-Pitch: Kunden können besser sehen als denken!?

12/04/2010

Oder: Samurai-Marketing

Wir nahmen die Drohung der Muttergesellschaft wörtlich und „wagten“! Wir wagten uns, 3 Grafiker zu beauftragen, ihre Logo-Vorstellungen für eine Nischen-Dienstleistung der Tochtergesellschaft  zu präsentieren.

Das Briefing war für alle identisch, sie sollten etwas entwickeln, das logischerweise zum Produkt und zur Zielgruppe passt und sich nicht an die Designvorgaben der „Mutter“ halten.

Grafiker 1 arbeitet schon seit Jahren für die Mutter. Er hat klassisch und nicht überraschend präsentiert, durchaus ordentlich aber nichts Pfiffiges. Grafiker 2 hat völlig am Thema vorbei präsentiert. Er hat einen Nebensatz im Briefing, der wirklich als Nebensatz gemeint war, in den Mittelpunkt gestellt und langweilige Entwürfe gezeigt, die in keinster Weise das aufgriffen, was das Produkt ausmacht.

Grafiker 3 brachte uns schier zur Verzweiflung! Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, dass Kunden besser sehen als denken können, deswegen ja auch der Logo-Pitch, obwohl die Botschaften noch nicht ganz klar waren. Also erst Botschaften visualisieren und dann in Worte packen. Ich weiß, widerspricht allem was ich gelernt habe, das habe ich aber in all den Jahren über den „Haufen“ geworfen. Also dieser Grafiker nahm erst mal das Flipchart und damit den Namen der Tochtergesellschaft auseinander, der wirklich mit diesem Produkt (Dienstleistung) schwierig zu vermarkten ist. Sehr langatmig und mit vielen Umwegen, aber uns gnadenlos zum Denken zwingend, setzte er einen Prozess in Gang, den die Entscheidern gar nicht wollten. Gott sei Dank waren diese höflich und standen nicht auf und verließen den Raum. Der Grafiker verstand es, die Entscheider in dem Moment, als sie wirklich kurz vorm „abschalten“ waren, wieder „einzufangen“ und zu begeistern. Er zeigte uns, wie ein Logo entstehen könnte mit allen „Wenns“ und „Abers“. Das war Kopfkino für den Kunden. Er war plötzlich live bei einer Logo-Entwicklung dabei!

Noch steht die Entscheidung aus, aber ich vermute, mein Kunde entschiedet sich genau für den letzten Grafiker, weil dieser die Phantasie ansprach und nichts fertiges lieferte, lies er uns gleichzeitig bei seinem kreativen Prozess teilhaben. Dem trauen wir nun alles zu! Samurai-Marketing pur: DAS war Präsentationskunst und wir konnten mitten drin sein!

Was lehrt uns das?
Manchmal muss man Menschen an den Rand des Wahnsinns bringen, um sie wieder einzufangen und zu begeistern!

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From → Kommunikation

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