Die Tugenden der Samurai, heute: Treue
Oder: Zerrissenheit inklusive
Die letzte der Sieben Tugenden der Samurai erläutert, was es mit der Treue auf sich hat. Treue und Pflicht sind untrennbar miteinander verbunden. Dabei dachte ich bisher, Treue sollte eine freiwillige Haltung sein… Die Samurai sagen, die Treue sei der Schlussstein der Tugenden, sie nimmt also den höchsten Rang ein und stellt uns zugleich die schwierigste Aufgabe. Die Samurai dachten an die Treue zu ihrem Herrn, ohne die nichts ging:
- Die Pflicht zur Treue ist ein Grund sein Leben zu opfern.
- Ein feudaler Herrscher belohnt die Treue seiner Untergebenen, indem er wie ein Vater zu ihnen ist.
- Schwanke niemals in Konflikten und wähle immer die Treue zur Pflichterfüllung
(Zitiert aus „Bushido“, Inazo Nitobe, Piper)
Treue kann auf eine Probe gestellt werden, wenn der Herr etwas verlangt oder gut heißt, das der Samurai als Fehler betrachtet. Es wird nicht verlangt, das Gewissen zum Sklaven des Herren zu machen, aber: Kann er seinen Herrn nicht überzeugen, dass es ein Fehler ist, so blieb ihm nur die Androhung und/oder Ausführung der Selbsttötung.
Ich will mir eine solche Szene nicht zwischen einem Abteilungsleiter und einem Direktor vorstellen. Oder ist der Vergleich zu direkt? Wie können wir das im Business verstehen?

Na ja im übertragenen Sinne kommt es ja dem organistionellen Selbstmord gleich, wenn jemand seinen Chef nicht davon überzeugen kann, dass er etwas, was dieser verlangt, unmoralisch ist und er (der Angestellte) es deswegen nicht tun wird.
Eigentlich bleibt dann nur noch, diese Organisation zu verlassen, was dem heutigen Angestellten im Gegensatz zum Samurai ja auch frei steht.